Wenn bei einem Tier ein bösartiger Tumor (=Krebs) festgestellt wird, gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, z.B. Operation, Chemotherapie, Hormontherapie, Radiotherapie etc. Häufig ist eine Kombination dieser verschiedenen Therapieansätze sinnvoll.

 

Die Mitglieder unseres Teams arbeiten mit Ihrem Tierarzt und anderem medizinischen Fachpersonal zusammen, um mit einem fachübergreifenden und umfassenden Therapieansatz Ihrem Tier eine erstklassige Behandlung zukommen zu lassen.

Die Radioonkologie ist eine der wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten in der Humanmedizin. Mit den neuesten humanmedizinisch verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten können nun auch zahlreiche Krebsarten bei Tieren bekämpft werden. Die Radioonkologie wirkt durch die ionisierende Strahlung, z. B. Röntgenstrahlung, die gezielt auf den Tumor gerichtet wird oder durch radioaktive Präparate die direkt in den Tumor eingebracht werden. Das umgebende gesunde Gewebe wird durch besondere Abschirmtechniken weitgehend geschont. Sollte eine Heilung der Tumorerkrankung nicht möglich sein, kann die Radioonkologie in vielen Fällen Symptome wie z.B. Schmerzen und Luftnot, welche die Lebensqualität des Tieres stark einschränken, beseitigen oder lindern.

 

Behandlung gutartiger Tumore

 

Nicht nur bösartige Tumore werden erfolgreich durch die Radioonkologie behandelt, auch zahlreiche gutartige Erkrankungen sprechen auf die Behandlung sehr gut an. Ein Beispiel ist die häufig auftretende degenerative Gelenkerkrankung (Arthrose/Spat).

 

Geräteausstattung

 

Unser Standort ist mit einem modernen Linearbeschleuniger (für die Applikation von ionisierenden Strahlen) ausgestattet. Wie in der Humanmedizin ist in unserer Praxis eine sogenannte konformale (besonders präzise) Radiotherapie mit mehreren Feldern möglich, basierend auf einer dreidimensionalen Therapieplanung. Dadurch können an Tumoren höhere Dosierungen unter besserer Schonung des gesunden Gewebes appliziert werden.

Einmalig in Deutschland!

 

Die neuesten Technologien aus der Humanmedizin wie IMRT, RapidArc, MLC120, können nun auch zur Behandlung von Tieren, insbesondere auch zur Behandlung von Pferden, eingesetzt werden. Unser Linearbeschleuniger mit unterschiedlichen Energien für die konformale (besonders präzise) Radiotherapie mit Photonen und Elektronen ist mit einem Multi-Leaf Kollimator (Viellamellenkollimator) ausgerüstet, der eine individuelle Formung des Behandlungsstrahls und damit eine an die Form des zu behandelnden Tumors, bzw. der zu behandelnden gutartigen Erkrankung angepasste Therapie erlaubt. Das umgebende gesunde Gewebe wird hierdurch besonders verschont.

Onkologisches Schwerpunktzentrum für Veterinärmedizin, Linsengericht

 

Unser Leistungsspektrum im onkologischen Schwerpunktzentrum für Veterinärmedizin umfasst:

Radiotherapie

 

Zur Behandlung bösartiger und gutartiger Tumorerkrankungen. Auch bei fortgeschrittenen und/oder gestreuten Tumoren, bei denen keine Heilung mehr zu erwarten ist, können tumorbedingte Beschwerden in vielen Fällen durch eine palliative (lindernde) Radiotherapie verringert oder beseitigt werden.
Dabei ist die Bestrahlung eine lokal sehr gut wirksame und nebenwirkungsarme Therapie. In niedriger Dosierung ist die Strahlentherapie bei chronischen Reizungen von Gelenken und Sehnen oder bei entzündlich aktivierten Gelenksarthrosen eine weitere Behandlungsoption, wenn andere Therapien keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben. Häufig können die mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen Ihres Tieres durch eine Bestrahlung gelindert werden.

 

Radiochemotherapie

 

Meist stellt die Radiotherapie die Erstbehandlung dar, häufig wird sie auch im Rahmen von Therapiekonzepten zusammen mit anderen Tumortherapien, wie Chemotherapie oder Operation, angewandt. Dies kann dann sowohl bei uns parallel (simultan) als sogenannte Radiochemotherapie oder auch nacheinander (sequenziell) im Anschluss bzw. vor einer nachfolgenden Chemotherapie durch Ihren Heimtierarzt erfolgen.

 

Brachytherapie

 

Die Brachytherapie dient in erster Linie dazu, gut zugängliche Tumoren der Haut und der Mundhöhle zu bestrahlen. Aber auch an anatomisch ungünstigen Lokalisationen oder in Bereichen, die operativ schwierig zu verschließen sind bietet sie eine sehr gute Lösung. Anwendungsbeispiele sind u.a. Sarkoide bei Pferden oder Fibrosarkome bei Katzen. Der große Vorteil der Brachytherapie liegt darin, dass eine hohe Dosis direkt am Tumorgewebe bei einer optimalen Schonung des umliegenden Normalgewebes appliziert werden kann. Bei dieser Technik wird über Katheter oder über natürliche Körperöffnungen die Quelle direkt zum Zielgewebe geführt und verbleibt dort computergesteuert für eine genau definierte Zeit.